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Alle Spielpreis-Spiele des Monatsspielpreis - Spiel des Monats

Hier stellen wir Ihnen das jeweils von uns gewählte Spiel des Monats vor!
(Das nominierte Spiel muss nicht unbedingt eine absolute Neuheit sein.)

     
     
März
2011

Qwirkle
In Deutschland gibt's Qwirkle gar nicht! In der deutschen Sprache muss doch jedes Q mit u geschrieben werden! Lernt man das nicht schon im Kindergarten? Andererseits gab's für uns dieses Jahr schon eine Menge Qwirkle. (Und damit will ich nicht die aktuelle Wetterlage beschreiben...) Nein, hatten wir doch schöne Tage im Frühsommer, an denen wir draußen schnelle Qwirkle-Runden spielen konnten. Dafür eignet sich Qwirkle auf jeden Fall. Schließlich verlieren wir unsere Spielsteine genauso wenig wie die Kindergarten-Kinder. (Oder verlieren die ihre Bausteine häufiger als mir in Erinnerung ist? Fehlt mir nicht noch ein... - Hoppla, nicht ablenken lassen. Solche Überlegungen stellt man eher auf der Couch an.)

Ja, Kindergarten, das assoziiert man vielleicht auf Anhieb, wenn man die Abbildungen auf dem Karton sieht und schließlich das Spiel selbst vor sich liegen hat. Kleiner Unterschied: Bei Qwirkle muss vieel geschaut und geplant werden. Die Materialien sind nur so schlicht gehalten, weil das Spiel sonst zu unübersichtlich wird.

 

Mit Qwirkle haben wir ein schon vielfach ausgezeichnetes Spiel der "Newcomerin" im Spiele-Entwicklungsbereich Susan McKinley Ross vor uns. Qwirkle wurde im Ausland erstmals im Jahre 2006 vom amerikanischen Verlag MindWare publiziert. Mehrfache Auszeichnungen - oftmals als Kinderspiel (da haben wir's wieder) - erhielt das Spiel im Jahr 2007 in Amerika und im Jahr 2008 in Australien und Finnland. Als es dann im Jahr 2010 auch in Deutschland vom Verlag Schmidt-Spiele veröffentlicht wurde, überzeugte es die Spiel-des-Jahres-Jury: Qwirkle wird das Spiel-des-Jahres 2011. Auch beim renommierten As d'Or wird das Spiel Qwirkle im Jahr 2011 ausgezeichnet. Offiziell hat Susan McKinley Ross kein weiteres Spiel vorher veröffentlicht. Das ist doch mal ein Einstieg.

 

Jetzt aber mal endlich zu den Fakten: Qwirkle ist ein strategisches (Glücks-)Spiel für zwei bis vier Spieler, das in etwa 45 Minuten gespielt wird. Qwirkle besteht aus 108 quadratischen Steinen, jeder mit einer Fläche von etwa 3cm mal 3cm und etwa 1cm Höhe. Auf der Vorderseite sind sechs Muster in sechs Farben aufgedruckt. Alle Steine werden im mitgelieferten Beutel gemischt und jeder Spieler hat immer sechs verdeckte Steine vor sich stehen.

Ist der Spieler am Zug, wählt er einen Stein oder mehrere Steine aus und legt passend an bereits liegende Steine. Ein Stein "passt", wenn er die gleiche Farbe oder das gleiche Muster hat, wie alle anderen bereits in der Reihe oder Spalte liegenden Steine. Für jeden ausgelegten Stein erhält man die Anzahl der Steine in der Reihe als Punkte. Punkte werden auf einem Zettel notiert.

Während des Spielens schauen wir nach punkteträchtigen Positionen und hoffen, dass uns die Mitspieler nicht die "guten" Stellen belegen; schließlich gibt's ja jeden Stein 3 mal. Darüberhinaus legen wir sinnvollerweise nie nur den fünften Stein in eine Reihe, weil es für den sechsten Stein die doppelte Punktzahl gibt.


Für Vielspieler* ist spätestens hier das Spiel "gestorben"; ihnen bietet Qwirkle viel zu viel Spielglück, zu wenig Strategie und Taktik. Natürlich muss jeder die passenden Stellen auch finden, aber letztlich gewinnt der Spieler, der die Steine mit Glückshand aus dem Beutel zieht, und der zum richtigen Zeitpunkt den richtigen Stein hat und legen kann.

 

Alle anderen Spielertypen (damit will ich nicht die Vielspieler* ausschließen) sollten Qwirkle spielen, denn Qwirkle macht einfach viel Spaß und hat tolles Material. (Man könnte kritisieren, dass der Hersteller keinen Schreibblock, keine Zählleiste oder Ähnliches mitliefert. Allgemein verlassen sich die Verlage beim Spielmaterial ungerne auf den Kunden; das ist für Verlage üblicherweise ein Argument gegen eine Veröffentlichung guter Spielideen.)

Zu Recht wurde Qwirkle zum Spiel-des-Jahres gewählt: Denn letztlich ist jedes Kind und jedes Familienmitglied froh, wenn man ein Spiel zusammen spielt, das man in kurzer Zeit erklären kann. Die Spielregel ist so kurz und so einfach, dass sie auch für Kaum-mal-ein-Brettspiel-Spieler schnell verständlich ist. Kinder ab etwa sechs Jahren können mitspielen. Also: Gratulation an die Spiel-des-Jahres-Jury für diese Nominierung.

Obwohl das fehlende "u" gegen Qwirkle spricht.

 

*) Als Vielspieler empfehle ich Ihnen fast alle anderen von uns ausgezeichneten Spiele.

 

Wenn Sie mir nicht glauben, dass auch Sie die Spielregel schnell verstehen, dann laden Sie die Regel bei Schmidt-Spiele.
Auf Anfrage kann ich meine ausdruckbare Wertungsleiste zur Verfügung stellen.

März
2011

Im Wandel der Zeiten - Bronzezeit - Das Würfelspiel
Im Wandel der Zeiten, Im Wandel der Zeiten... moment mal, hab ich das nicht schon mal hier gelesen? Doch, haben Sie. Und zwar gibt es das fast gleichnamige Spiel "Im Wandel der Zeiten - Eine Geschichte der Zivilisation" von Vlaada Chvátil, das auch vom gleichen Verlag Pegasus-Spiele veröffentlicht wurde. Warum also das Spiel zwei Mal nominieren? Ganz einfach: Die beiden Spiele von Pegasus-Spiele-Verlage haben gar nichts miteinander zu tun, das Würfelspiel und das Brettspiel haben keinerlei Gemeinsamkeiten, außer eben dieser verwirrenden Namensähnlichkeit. (Hier ist dann auch einer der wenigen Kritikpunkte an Pegasus-Spiele und Matt Leacock: "Warum machen Sie das denn? Warum verwirren Sie uns denn so?" Ist das geschicktes Marketing?)
Jetzt aber zurück zum Spiel! "Im Wandel der Zeiten - Bronzezeit - Das Würfelspiel" spielt sich ganz schnell in etwa 30 bis 45 Minuten. In dieser Zeit benutzen wir die eigenartigen Würfel zum Aufbau einer Zivilisation, ernähren unsere Städte, bauen Gebäude und erzielen Fortschritte. Das ganze geschieht mit recht eigenwilligem aber sehr funktionalen und durchdachtem Material. Jeder Spieler hat ein Holzsteckbrett zur Anzeige der Erträge und hält auf seinem Zivilisationsbogen die eigenen Ziele und Fortschritte fest. Jeder der maximal vier Spieler hat solches Material und man ist schnell begeistert, wie der Autor das packende Spiel mit so wenig schönem Material und viel Geschick in kurze und einprägsame Regeln gegossen hat. Trotz der "Würfelei" handelt es sich hier aber keineswegs um ein Glücksspiel, sondern eher um ein strategisches Aufbau-Würfelspiel. Glück und Strategie halten sich in der Waage.
Wer steckt denn eigentlich hinter diesem brillianten Spiel? Nun, der Autor und Spieleerfinder Matt Leacock zeichnet sich verantwortlich für einige interessante Spiele, darunter die sehr empfehlenswerten Spiele Pandemie von Pegasus-Spiele (unser Spiel-des-Monats Februar 2009) und Die Verbotene Insel von Schmidt-Spiele. Leacock kann man sicher als einen der erfolgreicheren Spiele-Autoren der letzten Jahre bezeichnen ("Newcomer"?). Auch die Spiel-des-Jahres-Jury nominierte im Jahre 2009 sein Spiel Pandemie. Mit der Nominierung im Jahre 2010 hat sie ebenso das Potenzial des Würfelspiels "Im Wandel der Zeiten" anerkannt. Ja, liebe Jury des Spiel-des-Jahres. Offensichtlich beobachten und genießen nicht nur wir die faszinierende Spielewelt von Matt Leacock.
Wenn Sie jetzt auch den Wandel der Zeiten für sich entdecken wollen, dann möchten sie vielleicht die Spielregel bei Pegasus-Spiele downloaden oder sich auf der englischsprachigen Internetseite zum Spiel informieren.
Wenn Sie das Spiel längst kennen und deshalb der Wertungsblock erschreckend schnell leer wird, dann laden Sie sich am besten neue Wertungsbögen herunter.
Wer den Artikel bis hier gelesen hat und das Spiel bereits besitzt, für den gibt es jetzt sogar noch einen Sonderbonus: Wollen Sie gerne mal Die Erweiterung "Späte Bronzezeit" spielen, dann drucken Sie sich doch einfach selbst die neuen Regeln und die neuen Wertungsbögen für die Erweiterung. Denn die gibt's umsonst.
Na also, das Internet hat doch Vorteile - wenn man sich nicht zu sehr verwirren lässt.

Januar
2011

Campaign Manager 2008
Schon wieder ein Spiel, bei dem sich unsere Urlaubs-Englisch-Kenntnisse lohnen: Campaign Manager 2008. Bei dem lang erwarteten Nachfolger der (in Fachkreisen renommierten) 2-Personen-Spiele Twilight Struggle und 1960: The Making of the President handelt es sich wieder einmal um ein Spiel mit politischem Hintergrund. In Campaign Manager 2008 versuchen wir die beiden Kontrahenten McCain und Obama im milliardenschweren Wahlkampf um das Präsidentenamt im Jahre 2008 zum Erfolg zu führen. Dabei spielt jeder einen Wahlkampfmanager; Gewinner ist derjenige, der zuerst mehr als 270 Stimmen erkämpft.
Im Duett sind Christian Leonhard & Jason Matthews wahre Meister des Spieldesigns. Alle drei Spiele sind nicht nur auf wenige Regeln reduziert, sondern bieten neben viel Spannung und Spielspaß sogar noch einen interessanten (historisch weitgehend korrekten) Tiefgang. Drehen Sie zum Beispiel mal die Latino-Wähler in New Mexico mit einer "Demographic Support"-Karte um, holen Sie sich die Stimmen der Katholiken und lesen Sie dabei die Kartenbegleittexte. Oder erkämpfen Sie die Stimmen der Senioren in New Hampshire. Dann verstehen Sie, dass es beim Spielen nicht immer nur um Parkstraßen und Wasserwerke gehen muss. Endlich macht Politik wieder Spaß! Ereignisreiche Nachrichten drehen die Wählerschaft unerwartet um, wie die Kommentare und Breaking News von ZNN, die jeden ins Spiel kommenden Bundesstaat begleiten.
Die Spielzeit von etwa 45 Minuten geht dabei rum wie im Flug, wenn man nicht schon zu Beginn verheerende Fehler gemacht hat. Schon das Einsteigerspiel mag ja zu begeistern, aber noch besser wird's in der Standardversion: Denn dann wählt man seine Unterstüzungskarten aus und stellt sein "Deck" wie bei einem Sammelkartenspiel á la Magic zusammen. Die Spielregeln sind dabei äußerst kurz gehalten, der Spielspaß und die Wiederspielbarkeit sind garantiert! Zudem wurde das Ganze in einer sehr guten Material-Qualität hergestellt!
Danke, Z-Man-Games, für dieses Topp-Game! Ach, eh ich es vergesse: Das Spiel ist auch mit basalem Englisch spielbar. Die englische Spielregel können Sie bei Z-Man-Games downloaden.
Übrigens: Auch vielen Dank an den früh verstorbenen Spieleautor Franz-Benno Delonge für die grundlegende Spielmechanik, die die beiden Autoren zu diesem Spiel inspirierte.

Dezember
2010

Dog
Ja, Spielen MACHT SPAß. Wie, euch gefällt das Spiel NICHT? Wie, die Regel ist viel zu KOMPLIZIERT?

Dann seid Ihr wohl „Gelegenheitsspieler“! Uiuiui. Gelegenheitsspieler, das ist für den „echten Spiele-Kenner“ so etwa wie „Leitungswasser“ statt „Mineralwasser“. Dabei sind die Gelegenheitsspieler die wichtigsten Spieler. Schließlich wird keiner als Brettspieler oder „echter Spiele-Kenner“ geboren.

Allen „Gelegenheitsspielern“ („echte Spiele-Kenner“ mögen mal eben weghören) möchte ich heute mal ein ganz besonderes Spiel nahelegen: Dog. Dog macht nämlich einfach Spaß.
Worum geht's bei Dog? Kurz gesagt: Man spielt in einem 2er-Team gegen andere 2er-Teams Mensch-ärger-dich-nicht mit Karten statt mit Würfeln. Der Spielplan sieht aus wie bei Mensch-ärger-dich-nicht. Es gewinnt das Team, dessen Spielpöppel zuerst im „Häuschen“ sind. Dabei erhält man rundenweise weniger Karten, und tauscht am Beginn jeder Runde mit seinem Partner eine Karte. Bei Dog darf man mit der richtigen Karte seinen Pöppel mit einem besser platzierten (gegnerischen) Pöppel tauschen, die Zugpunkte einer Karte auf verschiedene Pöppel verteilen und Pöppel der Gegner verbrennen („Zisch!“).
Dog passt perfekt
zur besinnlichen Weihnachts- und Neujahrszeit. Denn dann kann man sich ruhig mal gegenseitig ärgern und triezen. Insofern ist Dog unser Spiel des Monats Dezember, und zwar in jedem Jahr!
Dog
ist ein Spiel für Gelegenheitsspieler (und Gern-Spieler) für zwei bis sechs Spieler ab 8 Jahren und mit etwa 20 Minuten Zeit vom Verlag Schmidt-Spiele. Die Spielregel gibt's beim Verlag Schmidt Spiele. Weitere Infos gibt's auf den vielen Internetseiten von Dog-Fans.

September
2010

Drachenherz
Gibt es neue Spiele im Spiele-Laden unseres Vertrauens, dann läuft das so:
Es gibt Verlage, da finden wir: „Nein, davon kennen wir schon genug Spiele.“
Es gibt Autoren, da wissen wir: „Nein, davon kennen wir immer noch zu wenig Spiele.“
Einer dieser Autoren ist Rüdiger Dorn. Wie viele Dorn-Spiele wir besitzen?, wie viele wir schon gespielt haben? Bei Rüdiger Dorn wissen wir die Antwort ganz genau: Zu wenige!
Mal ganz unter uns gesagt (und bitte verstehen Sie das völlig undogmatisch): Spielen Sie unbedingt Diamonds Club, Goa, Die Händler von Genua und das "kleine Kartenspiel" Jambo. Dann, ja dann kennen Sie sicher auch einen Autoren, bei dem Sie denken...
Oups! Ooooh! Da fallen uns ja doch noch zwei oder drei Spiele unter den derzeit etwa 30 veröffentlichten Spielen von Rüdiger Dorn ein, die uns nicht so gut gefallen. Jetzt muss ich aber kräftig zurückrudern...
Drachenherz ist ein schönes Spiel für Zwei ab 8 Jahren und mit 30 Minuten Zeit. Die Spielregel gibt's beim Verlag Kosmos.

August
2010

Jaipur
Zuerst wollte ich Jaipur gar nicht kaufen. 20 Euro?! Zwanzig? Viel zu teuer fand ich das Spiel, welches einfach nur aus ein paar Karten und Karton-Chips besteht. Aber ich kann nun sagen, nein, nun muss ich sagen: Kaufen Sie Jaipur! Kaufen Sie Kamele, Teppiche und Edelsteine. Und handeln Sie, handeln Sie mit diesen Waren. Ja, zu Zweit! Nur zu Zweit! Aber, dafür macht Jaipur überall Spaß! Spielspaß für viele, viele Spiele!
Jaipur, ein Spiel von Sebastien Pauchon für 2 Spieler ab 10 Jahren mit 30 Minuten Zeit. Die Spielregel von Jaipur finden Sie bei GameWorks. Aber, besser verschwenden Sie keine Zeit, legen Sie einfach die 20 Euro auf den Tisch...

Oktober
2009

Hick Hack in Gackelwack
Eigentlich sollte das Spiel Hick-Hack in Gackelwack in der kleinen Schachtel vom Zoch-Verlag nicht auch Spiel des Monats werden, nachdem im Vormonat bereits ein "kleines" Zoch-Spiel nominiert wurde. Bedenkt man aber den Spaß, den Kinder ab etwa 8 Jahren und Erwachsene beim Spielen und Zocken von Hick-Hack in Gackelwack vom Autor Stefan Dorra haben, dann kommen wir an dessen Nominierung einfach nicht mehr vorbei. Übrigens ist das Spiel nur im Namen ähnlich zu Heckmeck, denn bei Hick-Hack zochen, äh zocken Hühner um Körner und Füchse um Hühner.
Machen wir es aber kurz: Kaufen und spielen Sie einfach dieses Spiel (zweifeln Sie keine Minute)! Hick-Hack in Gackelwack gehört in jedes Spielzimmer! Die Spielregel können Sie bei Zoch downloaden.
Nächsten Monat nominieren wir aber wieder einen Strategieknaller, versprochen!

September
2009

Heckmeck am Bratwurmeck
Immer wieder gerne kommt das kleine Spiel Heckmeck am Bratwurmeck von Rainer Knizia auf den Tisch. Nach dem Brainburner-Spiel Im Wandel der Zeiten geben uns die Würmer von Heckmeck die Gelegenheit zur Wahrscheinlichkeitsrechnung, oder einfach zum "Spielen aus dem Bauch". Letzteres führt meistens zum Sieg. Aber: macht nix, wir hatten auf jeden Fall Spaß. Auch oder gerade weil uns die Wümer geklaut wurden. Schauen Sie in die Regel von Heckmeck am Bratwurmeck und stellen Sie fest, dass man Heckmeck am Bratwurmeck vom Zoch-Verlag wirklich mit allen Mitspielern spielen kann!

August
2009

Through the Ages: A Story of Civilization
(deutscher Titel: Im Wandel der Zeiten - Eine Geschichte der Zivilisation)

Zur Essener Spielemesse Spiel 2006 hat der für das Grafikdesign zuständige Filip Murmak das damals erste Spiel von Vlaada Chvátil vorgeführt: Through the Ages ist ein Zivilisations-Aufbauspiel, dessen Spielregel dreistufig aufgebaut ist. Zum 1.Kennenlernen dienen die Regeln des Einstiegsspiels, im 2.Fortgeschrittenenspiel spielt man schon mit den meisten Spielmechanismen, das 3.Expertenspiel beinhaltet alle Spielregeln und dauert laut Schachtelaufdruck etwa 3 Stunden (unsere Erfahrung: deutlich länger). Unvergesslich sind die von Filip vorgeführten in der ersten Version enthaltenen Glasspielsteine, die wegen ihrer Kleine Größe das Spiel zur Geschicklichkeitsübung verwandelten. Wie auch immer: Die Newcomer des Verlages CBG Czech Board Games ernteten mit diesem "Hardcore"-Spiel sensationelle Kritiken, die sich auch in den folgenden Entwicklungen von Vlaada Chvátil fortführte.
Die deutsche Version namens Im Wandel der Zeiten - Eine Geschichte der Zivilisation wurde von Pegasus Spiele in leicht optimierter Form veröffentlicht (ohne Glassteine). Hier können Sie auch die Spielregel downloaden, vor der wir Sie aber hiermit ausdrücklich gewarnt haben! Spielen Sie lieber das Spiel!

Juli
2009

Yspahan
Ystari Games ist sicherlich einer der interessantesten Verlage der letzten Jahre; schließlich wurden hier einige sehr gute Spielideen veröffentlicht, man denke nur an William Attias Caylus und Caylus Magna Carta. Ystari Games hat Sébastien Pauchons Spiel Yspahan herausgegeben; damit wurde eine wahre Orgie neuer Würfelspielideen begründet. Dabei ist die Grundidee zu Yspahan eigentlich recht einfach: Ein Würfelwurf am Anfang jeder Runde entscheidet über die Möglichkeiten in dieser Spielrunde. Dazu werden die Würfel nach Werten auf eine Ablage gruppiert. Nacheinander nimmt sich jeder Spieler eine Gruppe und bevölkert die Stadtviertel, liefert Waren, nimmt Kamele, Gold oder Karten. Mit ausreichend Gold und Kamelen kann man gewinn- und Siegpunkt bringende Gebäude errichten. Jeweils nach 7 Runden ist 1 Woche vorbei; dann werden Siegpunkte abgerechnet. Das Spiel geht über 3 Wochen und gehört (nicht nur) bei uns immer zur ersten Wahl. Wenn Sie sich nicht ganz dem Würfeln verschließen, und sich einen ersten Eindruck verschaffen wollen, können Sie das Spiel als Windowsspiel downloaden (programmiert von Günter Rosenbaum). Bei Ystari Games erhalten Sie die deutsche Regel. Unsere vom Verlag autorisierte Übersetzung der Änderungen für das Spiel zu zweit finden Sie auf unserer Seite (per Suchfunktion)!

Juni
2009

Race for the Galaxy
Mit Race for the Galaxy von Tom Lehmann kam ein weiteres Rollenwahl- und Aufbau-Spiel auf den Markt, dessen Wurzeln offensichtlich bei Andreas Seyfarths Spielen Puerto Rico und San Juan liegen. Andreas Seyfarth entwickelte die grundlegenden Spielprinzipien zur Rollenwahl und Aufbau für zwei Spiele, zunächst im umfangreicheren Brettspiel Puerto Rico, dann im Kartenspiel San Juan. Beide Spiele wurden von Alea-Spiele veröffentlicht und werden in der "Fachwelt" sehr geschätzt. (Leider haben auch diese Alea-Spiele nur bei "Insidern" die entsprechenden Verkaufszahlen, so dass Puerto Rico dem ökonomischen Rotstift geopfert wurde.)
Lehmann erfand mit Race for the Galaxy eine eigene Spielwelt, die letztlich "nur" aus Karten besteht, in der wir gerne aus sieben oder acht verschiedenen Aktionen auswählen um Galaxien zu entdecken, zu entwickeln, zu besiedeln und Rohstoffe abzubauen. Race for the Galaxy wendet sich dabei - mehr noch als Seyfarths Spiele - dem Publikum der Vielspieler zu. Dabei muss man die Eigenständigkeit Race for the Galaxy anerkennen. Auch das - vielseits als zu kompliziert kritisierte - Symbolsystem dient zur Unterstützung des Spielerlebnisses.
Die von Abacus vorgenommene Kategorisierung als "Familienspiel" können wir - angesichts der Komplexität des Spiels - keinesfalls unterstützen! Das Spiel kann man aber ambitionierten Spielern oder Vielspielern sehr empfehlen. Ob Sie mir glauben oder nicht, Sie können gerne die Regel von Race for the Galaxy beim Verlag downloaden, um sich ein eigenes Urteil zu bilden! Die Galaxy Spielwelt lässt sich inzwischen mit The Gathering Storm und Rebellen vs. Imperium um neue Startwelten und weitere Völker (Rassen genannt) erweitern.
Ursprünglich sollte Race for the Galaxy von Tom Lehmann im Verlag Hans im Glück veröffentlicht werden. Nun erschien es bei Rio Grande Games bzw. bei Abacus-Spiele (zu den Gründen informieren Sie sich bitte selbst).

Mai
2009

Dominion - Was für eine Welt!
Bei Dominion von Donald Vaccarino stellen wir uns zu Beginn die Spielmaterialien selbst zusammen. Das Spiel besteht "nur" aus 500 Karten: 252 Königreichkarten (= 24 verschiedene Sätze mit je 10 Aktionskarten plus 12 Gärten), 1 Müllkarte, 130 Geld-, 48 Punkte-, 30 Fluch-, 32 Platzhalter- und 7 Leerkarten. Zu Beginn jedes Spiels wählt man 10 der 24 Aktionskarten aus, mit denen man spielen möchte. Keine Überraschung ist, dass das neue Spielprinzip von Dominion überzeugt, schließlich handelt es sich bei Dominion um ein Spiel mit unzähligen Möglichkeiten. Allein das Spielmaterial ermöglicht ziemlich viele Variationen (wollen wir das mal ausrechnen?). Anscheinend hat Hans im Glück nochmal einen Glückstreffer* gelandet, denn inzwischen wurde Dominion vielfach ausgezeichnet. Dominion erhielt beste Bewertungen, sowohl als "Spiel für Alle" (Spiel des Jahres 2009), als auch im Kreis der "Vielspieler" (z.B. den Deutschen Spielepreis). Wenn Sie das Spiel kennen lernen möchten, können Sie eine Einführung als Video anschauen, oder die Regel von Dominion beim Verlag downloaden! Leider ist gerade die Spielregel nicht unbedingt für "Wenigspieler" geeignet, obwohl sie nochmals überarbeitet wurde: Zu oft muss man "nochmal nachschlagen", und zu oft weiß man nicht sofort, wo die gesuchte Information/Regel steht.
*) Übrigens ist die Bezeichnung Glückstreffer im Falle des - nicht nur von mir - hoch geschätzten Verlags falsch, denn Hans im Glück kann man sicher eine gute Entwicklungsarbeit bescheinigen, die sich nicht nur auf Dominion beschränkt, sondern auch andere, gute Spiele veröffentlicht, ohne ausschließlich den finanziellen Erfolg im Visier zu haben! Insofern ist das Glück des Erfolgs nur Ergebnis einer offenen, ziel- und spiel(er)-orientierten Verlagsstrategie. (Wir werden weder von Hans im Glück, noch von einer anderer Seite gesponsort! Alle unsere "Rezensionsexemplare" kaufen wir selbst!)

April
2009

Small World
Nach der Geschäftsaufgabe von Eurogames war es nur eine Frage der Zeit, bis jemand das Spiel Vinci von Philippe Keyaerts neu auflegt. Nun ist Small World von Days of Wonder endlich fertig, und die Änderungen von Days of Wonder und Philippe Keyaerts an dem schon früher von "Insidern" gern gespielten Vinci sind nur geringfügig. Gut so! Nun sind wir gespannt, ob sich die Spielidee von Vinci im neuen Gewand nun besser verkauft. Sind Sie neugierig geworden? Vielleicht möchten Sie die Regel von Small World beim Verlag downloaden?

März
2009

Snow Tails von FragorGames
Gordon und Fraser Lamont haben uns auf der Essener Spiel'2008 mit einem "einfachen" Spiel beglückt. Wieso "einfach"? Auf der Messe konnte man Gordon und Fraser zum Entschluss gratulieren, mit Snow Tails ein Spiel mit kurzen Regeln und viel Aktion herauszugeben.

Februar
2009
Pandemie
Bei Pandemie handelt es sich um eins der kooperativen Spielwerke der Spielzeit 2008/09. Endlich ein kooperatives Spiel, das richtig Spaß macht. Allerdings muss man sich schon sehr gut absprechen, damit die virulenten Epidemien von Pandemie uns nicht zerstören. Bei uns ist der Virus auf jeden Fall übergesprungen!
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